Herz in Bewegung Ausgabe 59

  • Editorial
  • Aus Medizin und Wissenschaft
  • Aus- und Fortbildung
  • Aus der Geschäftsstelle
2021-01-HIB

Rückblick Dresdner Herz-Kreislauf-Tage 2021

Unter Leitung des Tagungspräsidenten Prof. Axel Linke haben Ende Mai, erstmals als reiner Digitalkongress, die Dresdner Herz-Kreislauf-Tage 2021 (DD HKT) stattgefunden. Das Ziel der wissenschaftlichen Tagung, die auf eine über 30-jährige Tradition zurückblickt, ist die Diskussion der modernen Konzepte in Diagnostik und Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen. Dabei sind die DD HKT nach der Frühjahrs- und Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie der inzwischen drittgrößte kardiologische Kongress in Deutschland. Das Programm bietet in zweieinhalb Tagen eine Übersicht über die gesamte Breite der klinischen kardiovaskulären Medizin.

Als wichtiger Teil des Kongresses fand auch in diesem Jahr wieder das Reha- Satelliten-Symposium, mit erstmals zwei Sessions zu je vier Vorträgen, zu den Themen „360° Kardiologie – was passiert hinter unserem Rücken?“ und „Kardiale Rehabilitation“, statt.


Durchführbarkeit von Rehasport (Lungensport) zu Pandemiezeiten

Stellungnahme der AG Lungensport vom 08.03.2021 (Autoren Prof. Dr. H. Worth, Dr. S. Teschler)

„Training, z. B. in ambulanten Lungensportgruppen, verbessert die Belastbarkeit von chronisch Lungenerkrankten. Diese Therapieoption hilft den Betroffenen trotz eingeschränkter Lungenfunktion den Alltag leichter zu bewältigen und Lebensqualität zu gewinnen. Lungensport ist eine medizinisch notwendige Leistung. Die im Rehasport geforderte Fläche von 5 qm/Teilnehmer übertrifft den geforderten Mindestabstand von 1,50 m weit. Im Rahmen des Rehabilitationssports ist die Nachverfolgbarkeit von möglichen Infektionen „systembedingt“ zu 100 % gegeben. Die AG Lungensport fordert, dass Lungensport unter Beachtung entsprechender Schutz- und Hygienekonzepte unter fachlicher Leitung stattfinden kann.“


Neuerungen der BAR Rahmenvereinbarung

aus gegebenem Anlass – den Neuerungen der BAR Rahmenvereinbarung und die damit verbundenen Anpassungen im Herzsport, u. a. hinsichtlich der Flexibilisierung der Ärztepräsenz und zur Absicherung von Notfallsituationen – informie- ren wir Sie in diesem Zusammenhang wie folgt:

Der Rehabilitationssport in Herzgruppen kann künftig auch ohne die ständige ärztliche Anwesenheit des Herzgruppen- arztes in Abstimmung mit der Übungsleitung sowie nach Bedarf der Teilnehmenden durchgeführt werden. Mindestens alle sechs Wochen hat der Herzgruppenarzt jedoch die Herzgruppe persönlich zu visitieren.

Die Absicherung in Notfallsituationen kann entweder erfolgen durch ständige Anwesenheit des Herzgruppenarztes oder von Rettungskräften oder ständige Bereitschaft des Herzgruppenarztes oder von Rettungskräften.

Zur Information: Die Absicherung von Notfallsituationen in der Herzgruppe vor Ort durch die Übungsleitung mit Notfallausbildung und Absicherung über die 112 gemäß dem gemeinsamen letztjährigen DGK-/DGPR-Positionspapier zur ärztlichen Betreuung in ambulanten Herzgruppen wurde hingegen leider übereinstimmend abgelehnt. Unser Dach- verband, die DGPR, hätte sich auch diese Variante gewünscht, um den Ärztemangel angesichts der deutlich kleineren Berufsgruppe der Rettungsfachkräfte noch effektiver bekämpfen zu können.

Da die Gremien in den Häusern der Vertragspartner zu großen Teilen erst im Herbst 2021 tagen werden, wird die Rahmenvereinbarung voraussichtlich erst zum 01.01.2022 in Kraft treten. Ein seitens DBS und DGPR gemeinsam an die Kostenträger (GKV, DRV) gestellter Antrag zum vorzeitigen In-Kraft-Treten der Neuerungen für die Herzgruppen wurde von der DRV Bund abgelehnt. Inzwischen liegt eine Zustimmung der GKV-Kassen – d. h. ohne DRV Bund – vor, sodass mit dem DBS nochmal geklärt werden muss, inwieweit eine vorzeitige Regelung angestrebt werden sollte oder vor dem Hintergrund des ablehnenden DRV-Votums überhaupt möglich ist. Das würde nämlich zumindest den vorübergehen- den Ausschluss von DRV-Patienten in Herzgruppen mit Rettungspersonal, also ohne Arztpräsenz bedeuten.

Nachruf OMR Herrn Professor Dr. med. Dieter Reinhold (1932–2021)

Als ich im Februar 1997 zum Vorstellungsgespräch im damaligen Gesundheitspark Bad Gottleuba ankam, war ich nicht nur von der Schönheit der Landschaft und der Bausubstanz beeindruckt. Mein Vorgänger Dieter Reinhold empfing mich mit einer so unaufgeregten und zugewandten Gastfreundschaft, dass mir der Entschluss, aus dem „Westen“ mit Familie ins Unbekannte zu ziehen, doch sehr erleichtert wurde. Bei meiner Amtseinführung anlässlich der Verabschiedung von Dieter Reinhold sprach ich damals von großen, ja übergroßen Fußspuren des Kollegen, der vor wenigen Jahren erst einen Weltkongress für rehabilitative Medizin in Dresden ausgerichtet und verantwortet hatte.

An dieser Einschätzung haben auch die Jahre seitdem nichts geändert. Ob in der Rehabilitationsklinik selbst oder im Landesverband für Prävention und Rehabilitation, ob in den historischen Sammlungen der Klinik oder in der Sächsischen Landesärztekammer, über- all waren die bedeutenden Spuren von Dieter Reinhold erkennbar. Im Eingangsbereich der historischen Sammlungen der Klinik Bad Gottleuba hängt sein Porträt.